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Honlexikon

Hinweis: Das vorliegende Lexikon bezieht sich auf die Begriffe bzw. Eigenschaften von Sunnen oder ähnlichen Honsystemen. Ggf. sind Abweichungen bei anderen Herstellern möglich.

A

Adapter

Der Adapter ist das Bindeglied zwischen dem Spindelantrieb der Honmaschine und dem Hondorn. Bei kleinen Dornen ist dieser i. d. R. zwingend notwendig.

Aluminiumoxid (Al2O3)

Ein keramisch gebundenes, konventionelles Schleifmittel, das beim Honen von Materialien aus weichem und mittelhartem Stahl verwendet wird. Dieses kommt beispielsweise häufig bei rostfreiem Stahl zum Einsatz.

Ausrichthülse

Mithilfe der Ausrichthülse lässt sich der Höhen- und Taumelschlag des Hondorns in der Honmaschinenspindel optimal einstellen.

B

Bindung

Die Schleifkörner eines Diamant- und CBN-Schleifmittels sind i. d. R. metall-, harz- oder glasgebunden. Konventionelle Schleifmittel wie SiC oder Al2O3 sind meistens keramisch gebunden.

Download Schleifleistencode Sunnen und H7.pdf (758.34 kB)

Bindungshärte

siehe Schleifleiste

Bohrungsdurchmesser

Der (Innen-)Durchmesser eines Werkstücks, das gehont werden muss. Der Durchmesser ist neben der Bohrungslänge essentiell, um das passende Werkzeug auszuwählen.

Bohrungslänge

Die Länge der Bohrung eines Werkstücks, das gehont werden muss. Durchgangsbohrungen können häufig von 2 Seiten gehont werden, bei besonders extremen Durchmesser-Längen-Verhältnissen ist dies oft notwendig.

C

CBN

Ein künstliches Schleifmittel (Kubisch kristallines Bornitrid), das beim Honen für harte oder hoch legierte Stähle und andere verschleißfeste Materialien eingesetzt wird. CBN hat eine Knoop‘sche Härte von ca. 4700 N/mm² und ist nach dem Diamant der zweithärteste Werkstoff der Welt. Schleifwerkzeuge aus CBN verschleißen bei geeigneter Anwendung wesentlich langsamer als andere Schleifmittel. Dadurch können geforderte Form- und Maßgenauigkeiten leichter erreicht werden und sogar sehr harte Werkstoffe (z. B. Stahl mit bis zu 70 HRC) prozesssicher und dabei wirtschaftlich bearbeitet werden.

D

Diamant

Ein sehr hartes Schleifmittel, das unerlässlich z. B. für die Bearbeitung von Hartmetall, Glas und keramischen Werkstoffen ist.

Dornhalter

siehe Adapter

Durchgangsbohrung

Eine Durchgangsbohrung ist an beiden Enden offen und kann i. d. R. von beiden Seiten bearbeitet werden.

E

Egalisierhülse

Mithilfe der Egalisierhülse lässt sich das Honwerkzeug, bzw. das ganze Honsystem, ideal (oft per Hand) auf den zu honenden Durchmesser einschleifen.

Entgratung

Ein Honprozess der verwendet wird, um Grate, Spitzen oder ähnliches von groben, unbearbeiteten Bohrungen zu entfernen.

F

Finishen

siehe Nachhonen

Führungsschuh

Der Teil der Honeinheit, der das Werkzeug an der zu honenden Bohrung zentriert und führt. Führungsschuhe sind aus weichem Stahl (für die meisten Werkstücke geeignet), hartem Stahl (für harte Werkstücke geeignet) oder aus Bronze (für exotische Werkstücke oder für feinste Oberflächen) verfügbar. Durch Auswahl des geeigneten Materials lässt sich die Standzeit der Führung erhöhen. Bei besonderen Anwendungen ist es sinnvoll, die Führungsschuhe schleifunterstützend auszulegen, indem man die Schuhe galvanisch beschichtet oder mit massiven CBN- oder Diamanthonleisten bestückt.

H

Honahle

siehe Hondorn

Hondorn

Der Hondorn wird im Adapter (Dornhalter) eingerüstet und ist Teil einer Honeinheit. Hier werden die Schleifleisten und ggf. die Führungen eingesetzt. Es gibt Hondorne aus weichem Stahl (für die meisten Werkstücke geeignet), hartem Stahl (für harte Werkstücke geeignet) und aus Bronze (für exotische Materialien oder für feinste Oberflächen).

Honeinheit

Eine komplette Honeinheit für einen bestimmten Bohrungsdurchmesser bestehet aus einem Adapter (falls erforderlich), einem Hondorn, einem Keil, einer Steinfeder, Schleifleiste(n), Führungsschuhe(n), einer Egalisier- und Ausrichthülse.

Honen

Das Honen ist ein spanendes Fertigungsverfahren und eng mit dem Schleifen verwandt. Das Honen liefert eine höhere Oberflächengüte als das Schleifen und wird dort angewandt, wo eine sehr genaue Geometrie und beste Oberflächen gefordert werden. Dieses Bearbeitungsverfahren ist für fast alle Werkstücke geeignet und stellt oft den letzten Fertigungsprozess in der Produktion dar. Mithilfe des Honens werden Bohrungsfehler (unrunde Bohrungen, Bohrungen mit Vorweiten, wellige Bohrungen, zu kleine Bohrungen, bauchige Bohrungen, konische (kegelförmige) Bohrungen, Bohrungen mit Riefen oder bananenförmige Bohrungen) korrigiert. Dieses Verfahren lässt sich bei Durchgangsbohrungen, Sacklochbohrungen, kurzen Bohrungen, Tandembohrungen, unterbrochenen Bohrungen, profilierte Bohrungen und langen Bohrungen anwenden. Während des Honvorgangs bewegt sich das Honwerkzeug, unter permanenter Flächenberührung, entlang der Längsachse des Werkstücks, rotierend in der Bohrung. Da durch die zeitgleiche Hub- und Rotationsbewegung ein Kreuzschliff entsteht, werden die Begriffe Honen und Kreuzschleifen oft synonym verwendet.

Honlänge

Die tatsächliche Länge der zu honenden Oberfläche.

Honleiste

siehe Schleifleiste

Honmaschine

Mithilfe einer Honmaschine lässt sich das Bearbeitungsverfahren Honen durchführen. Eine Honmaschine hat einen Spindelantrieb, an dem sich verschiedene Adapter anschließen lassen. Bei konventionellen Honmaschinen von Sunnen wird der Spindelantrieb und die angeschlossenen Honwerkzeuge am Adapter durch einen Fußschalter in Gang gesetzt. Man unterscheidet zwischen Horizontal-, Vertikal- und Langhubhonmaschinen.

Honstein

siehe Schleifleiste

Horizontalhonmaschine

Bei einer Horizontalhonmaschine bilden der Spindelantrieb und das Honwerkzeug eine waagrechte Achse. Dieser Honmaschinentyp ist besonders für kleine bzw. leichte Werkstücke geeignet. Das Honwerkzeug wird horizontal in die Bohrung eingeführt und bearbeitet.

K

Keil

Der Teil der Honeinheit, der den Honstein innerhalb des Hondorns expandiert bzw. zustellt.

Körnung

siehe Schleifleiste

Kreuzschleifen

siehe Honen

L

Langhubhonmaschine

Die Langhubhonmaschine wird für lange, große oder schwere Werkstücke (z. B. Hydraulikrohre) eingesetzt.

M

Meßtaster

Mithilfe des Meßtasters lässt sich die Maßhaltigkeit der Bohrung während des Honens überprüfen.

N

Nachhonen

Beim Nachhonen nutzt man feine Schleifleisten, um den Zieldurchmesser bzw. die geforderte Oberfläche optimal zu erreichen.

S

Sacklochbohrung

Eine Bohrung, die an einem Ende eingeengt oder geschlossen ist. Hierfür gibt es i. d. R. spezielle Werkzeuge.

Schleifdorn

siehe Hondorn

Schleifleiste

Ein gebundenes Schleifmittel, das aus tausenden kleinen Schleifkörnern besteht. Durch die kontinuierliche und oszillierende Berührung der Schleifleiste am Werkstück wird Material abgetragen (=honen).

Es gibt folgende wichtige Arten von Schleifleisten:

  • Schleifleisten aus Aluminiumoxid
  • Schleifleisten aus Siliziumkarbid
  • Schleifleisten aus Diamant
  • Schleifleisten aus CBN

Die Körnung der Schleifleiste bestimmt, ob die Schleifleiste grob oder fein ist und für welchen Bearbeitungsprozess er sich eignet (Vorhonen (schruppen) / Nachhonen (finishen)).
Die Bindungshärte gibt an, wie hart die Schleifleiste ist und wie schnell oder leicht sich die Schleifkörner aus der Bindung lösen.

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Schruppen

siehe Vorhonen

Siliziumkarbid (SiC)

Ein künstliches Schleifmittel, das beim Honen von Materialien aus Gusseisen, Messing, Bronze oder Aluminium verwendet wird. SiC kommt ebenfalls häufig beim Nachhonen (z. B. von Stahl) zum Einsatz

Steinfeder

Die Steinfeder hält den Honstein im Hondorn auf Spannung.

V

Vertikalhonmaschine

Bei einer Vertikalhonmaschine bilden der Spindelantrieb und das Honwerkzeug eine senkrechte Achse. Dieser Honmaschinetyp ist besonders für große bzw. sehr schwere Werkstücke geeignet. Das Honwerkzeug wird vertikal in die Bohrung eingeführt und bearbeitet.

Vorhonen

Beim Vorhonen nutzt man grobe Schleifleisten, um den Zieldurchmesser zu avisieren.