Unser detailliertes
Honlexikon
Hinweis: Das vorliegende Lexikon bezieht sich auf die Begriffe bzw. Eigenschaften vom OEM Honsystem. Ggf. sind Abweichungen bei anderen Herstellern möglich.
A
Adapter
Der Adapter ist das Bindeglied zwischen dem Spindelantrieb der Honmaschine und dem Hondorn. Bei kleinen Dornen ist dieser i. d. R. zwingend notwendig.
Aluminiumoxid (Al2O3)
Ein keramisch gebundenes, konventionelles Schleifmittel, das beim Honen von Materialien aus weichem und mittelhartem Stahl verwendet wird. Dieses kommt beispielsweise häufig bei rostfreiem Stahl zum Einsatz.
Ausrichthülse
Mithilfe der Ausrichthülse lässt sich der Höhen- und Taumelschlag des Hondorns in der Honmaschinenspindel optimal einstellen.
B
Bindung
Die Schleifkörner eines Diamant- und CBN-Schleifmittels sind i. d. R. metall-, harz- oder glasgebunden. Konventionelle Schleifmittel wie SiC oder Al2O3 sind meistens keramisch gebunden.
Download Schleifleistencode.pdf (499.43 kB)
Bindungshärte
siehe Schleifleiste
Bohrungsdurchmesser
Der (Innen-)Durchmesser eines Werkstücks, das gehont werden muss. Der Durchmesser ist neben der Bohrungslänge essentiell, um das passende Werkzeug auszuwählen.
Bohrungslänge
Die Länge der Bohrung eines Werkstücks, das gehont werden muss. Durchgangsbohrungen können häufig von 2 Seiten gehont werden, bei besonders extremen Durchmesser-Längen-Verhältnissen ist dies oft notwendig.
C
CBN
Ein künstliches Schleifmittel (Kubisch kristallines Bornitrid), das beim Honen für harte oder hoch legierte Stähle und andere verschleißfeste Materialien eingesetzt wird. CBN hat eine Knoop‘sche Härte von ca. 4700 N/mm² und ist nach dem Diamant der zweithärteste Werkstoff der Welt. Schleifwerkzeuge aus CBN verschleißen bei geeigneter Anwendung wesentlich langsamer als andere Schleifmittel. Dadurch können geforderte Form- und Maßgenauigkeiten leichter erreicht werden und sogar sehr harte Werkstoffe (z. B. Stahl mit bis zu 70 HRC) prozesssicher und dabei wirtschaftlich bearbeitet werden.
D
Diamant
Ein sehr hartes Schleifmittel, das unerlässlich z. B. für die Bearbeitung von Hartmetall, Glas und keramischen Werkstoffen ist.
Dornhalter
siehe Adapter
Durchgangsbohrung
Eine Durchgangsbohrung ist an beiden Enden offen und kann i. d. R. von beiden Seiten bearbeitet werden.
E
Egalisierhülse
Mithilfe der Egalisierhülse lässt sich das Honwerkzeug, bzw. das ganze Honsystem, ideal (oft per Hand) auf den zu honenden Durchmesser einschleifen.
Entgratung
Ein Honprozess der verwendet wird, um Grate, Spitzen oder ähnliches von groben, unbearbeiteten Bohrungen zu entfernen.
Ergebnisfaktoren
Die wichtigsten Faktoren für die Erzielung eines guten Honergebnisses ist stets die Kombination aus:
Richtigem Stein, richtigem Dorn, richtigem Öl, richtigem Druck, richtiger Geschwindigkeit
F
Finishen
siehe Nachhonen
Führungsschuh
Der Teil der Honeinheit, der das Werkzeug an der zu honenden Bohrung zentriert und führt. Führungsschuhe sind aus weichem Stahl (für die meisten Werkstücke geeignet), hartem Stahl (für harte Werkstücke geeignet) oder aus Bronze (für exotische Werkstücke oder für feinste Oberflächen) verfügbar. Durch Auswahl des geeigneten Materials lässt sich die Standzeit der Führung erhöhen. Bei besonderen Anwendungen ist es sinnvoll, die Führungsschuhe schleifunterstützend auszulegen, indem man die Schuhe galvanisch beschichtet oder mit massiven CBN- oder Diamanthonleisten bestückt.
H
Honahle
siehe Hondorn
Honbürsten
Das Honen mit Honbürsten ist eine Verfahrensweise die speziell in der Endbearbeitung von Werkstücken eingesetzt wird.
Zur Anwendung kommen flexibel angebrachte Honsteinkugeln die im Umfang angeordnet sind.
Diese Konstruktion ermöglicht es, dass die Schleifmaterialien mühelos in Nuten, Querbohrungen oder Abstufungen eindringen können – ein entscheidender Vorteil.
An Zylinderwänden erfüllt das flexible Honen eine wichtige Aufgabe:
Es rauht Zylinderoberflächen gezielt auf, um die Haftung und Schmiereffekt des Ölfilms zu optimieren.
Das flexible Honen ist eine effektive Methode, um Oberflächen zu veredeln, Entgraten durchzuführen und funktionale Eigenschaften wie die Haftung eines Ölfilms
zu verbessern. Es bietet klare Vorteile gegenüber starren Methoden und ist besonders für anspruchsvolle Anwendungen wie das Zylinderhonen unverzichtbar.
Hondorn
Der Hondorn wird im Adapter (Dornhalter) eingerüstet und ist Teil einer Honeinheit. Hier werden die Schleifleisten und ggf. die Führungen eingesetzt. Es gibt Hondorne aus weichem Stahl (für die meisten Werkstücke geeignet), hartem Stahl (für harte Werkstücke geeignet) und aus Bronze (für exotische Materialien oder für feinste Oberflächen).
Fast alle Hohnahlen weisen eine zylinderförmige Bauform auf. Es findet eine Umlenkung der axialen Zustellbewegung in eine radiale mittels eines verschiebbaren Zustellkonus statt. Für das Bearbeiten der Werkstücke stehen verschiedenste Ahlen zur Verfügung:
Honahlen mit einer Leiste: i.d.R. zur Bearbeitung von Kleinteilen
Honahlen mit mehreren Leisten: diverse Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichsten Ausführungen; hiermit lässt sich die größte Zerspanungsleistung und höhere Formgenauigkeit erzielen
Honeinheit
Eine komplette Honeinheit für einen bestimmten Bohrungsdurchmesser bestehet aus einem Adapter (falls erforderlich), einem Hondorn, einem Keil, einer Steinfeder, Schleifleiste(n), Führungsschuhe(n), einer Egalisier- und Ausrichthülse.
Honen
Das Honen ist ein spanendes Fertigungsverfahren und eng mit dem Schleifen verwandt. Das Honen liefert eine höhere Oberflächengüte als das Schleifen und wird dort angewandt, wo eine sehr genaue Geometrie und beste Oberflächen gefordert werden. Dieses Bearbeitungsverfahren ist für fast alle Werkstücke geeignet und stellt oft den letzten Fertigungsprozess in der Produktion dar. Mithilfe des Honens werden Bohrungsfehler (unrunde Bohrungen, Bohrungen mit Vorweiten, wellige Bohrungen, zu kleine Bohrungen, bauchige Bohrungen, konische (kegelförmige) Bohrungen, Bohrungen mit Riefen oder bananenförmige Bohrungen) korrigiert. Dieses Verfahren lässt sich bei Durchgangsbohrungen, Sacklochbohrungen, kurzen Bohrungen, Tandembohrungen, unterbrochenen Bohrungen, profilierte Bohrungen und langen Bohrungen anwenden. Während des Honvorgangs bewegt sich das Honwerkzeug, unter permanenter Flächenberührung, entlang der Längsachse des Werkstücks, rotierend in der Bohrung. Da durch die zeitgleiche Hub- und Rotationsbewegung ein Kreuzschliff entsteht, werden die Begriffe Honen und Kreuzschleifen oft synonym verwendet.
Honlänge
Die tatsächliche Länge der zu honenden Oberfläche.
Honleiste
siehe Schleifleiste
Honmaschine
Mithilfe einer Honmaschine lässt sich das Bearbeitungsverfahren Honen durchführen. Eine Honmaschine hat einen Spindelantrieb, an dem sich verschiedene Adapter anschließen lassen. Bei konventionellen Honmaschinen wird der Spindelantrieb und die angeschlossenen Honwerkzeuge am Adapter durch einen Fußschalter in Gang gesetzt. Man unterscheidet zwischen Horizontal-, Vertikal- und Langhubhonmaschinen.
Honstein
siehe Schleifleiste
Horizontalhonmaschine
Bei einer Horizontalhonmaschine bilden der Spindelantrieb und das Honwerkzeug eine waagrechte Achse. Dieser Honmaschinentyp ist besonders für kleine bzw. leichte Werkstücke geeignet. Das Honwerkzeug wird horizontal in die Bohrung eingeführt und bearbeitet.
K
Keil
Der Teil der Honeinheit, der den Honstein innerhalb des Hondorns expandiert bzw. zustellt.
Körnung
siehe Schleifleiste
Kreuzschleifen
siehe Honen
Kurzhubhonen
Beim Kurzhubhonen wird ein Sinusschliff ausgeführt, da sich der Umkehrpunkt der Honahle innerhalb des Werkstücks befindet. Andere Begriffe für das Kurzhubhonen sind Microfinish oder Superfinish. Während beim Langhubhonen beide Bewegungen, Rotation und Oszillation, über das Werkzeug ablaufen, besteht die Besonderheit des Kurzhubhonens darin, die beiden Bewegungsabläufe voneinander getrennt zu halten (Werkstück rotiert, Werkzeug oszilliert).
L
Langhubhonen/Langhubhonmaschine
Wenn man von Honen spricht, meint man i.d.R. Langhubhonen und nicht Kurzhubhonen (z. B. Zahnflankenhonen). Langhubhonen ist eines von mehreren Hauptverfahren beim Honen und wird oft bei tiefen Bohrungen angewandt.
Dabei führt die mit Schleifsteinen bestückte Honahle eine rotierende Hubbewegung aus. Ergebnis sind präzise Oberflächen mit hoher Maß- und Formgenauigkeit. Langhubhonen ist sehr gut geeignet für Werkstücke, die zum einen eine gleichmäßige und zum anderen eine feine Oberflächenstruktur aufweisen sollen.
Beim Langhubhonen findet die oszillierende Bewegung des Honwerkzeugs über die gesamte Länge des zu bearbeitenden Werkstücks statt. Dadurch, dass sich das Honwerkzeug sowohl in der Längsachse als auch drehend im Werkstück bewegt, entsteht der für das Honen charakteristische Kreuzschliff. Beim Kreuzschleifen bilden sich kleine Nuten an der Oberfläche, in denen sich Öl sammelt und den Schmiereffekt auslöst. Meist wird das Langhubverfahren an Innenflächen von Bohrungen und Rohren eingesetzt. Dabei wird die Honahle, bestehend aus einem metallischen Träger, der mit Honsteinen besetzt ist, in das Werkstück eingebracht. Die Außenkontur der Honahle entspricht der Werkstückgeometrie der Bohrung. Die Honsteine sind zum Verschleißausgleich federnd oder mechanisch nachstellbar. Beim Honen lassen sich Maß-, Form- und Oberflächentoleranzen von unter 1 µm erzielen.
Laserhonen
Beim Laserhonen handelt es sich um ein neues Verfahren, das nicht der Zerspanung, sondern der „thermischen Abtragung“ zugehörig ist. Das Verfahren nutzt einen Laserstrahl, der die Oberfläche anschmilzt und teils verdampft, wodurch feine „Nuten“ entstehen, die später das Öl für den Schmiereffekt zurückhalten. Ein deutlicher Vorteil des Laserhonens liegt in der Erzeugung fester Kanten durch den Schmelzprozess, die sich als sehr verschleißarm zeigen. Im Gegensatz zu anderen Honarten kann diese Methode die Lebensdauer um ca. 75 Prozent verlängern, wodurch es besonders für das Honen von Zylindern geeignet ist.
M
Meßtaster
Mithilfe des Meßtasters lässt sich die Maßhaltigkeit der Bohrung während des Honens überprüfen.
N
Nachhonen
Beim Nachhonen nutzt man feine Schleifleisten, um den Zieldurchmesser bzw. die geforderte Oberfläche optimal zu erreichen.
S
Sacklochbohrung
Eine Bohrung, die an einem Ende eingeengt oder geschlossen ist. Hierfür gibt es i. d. R. spezielle Werkzeuge.
Schleifdorn
siehe Hondorn
Schleifleiste
Ein gebundenes Schleifmittel, das aus tausenden kleinen Schleifkörnern besteht. Durch die kontinuierliche und oszillierende Berührung der Schleifleiste am Werkstück wird Material abgetragen (=honen).
Es gibt folgende wichtige Arten von Schleifleisten:
- Schleifleisten aus Aluminiumoxid
- Schleifleisten aus Siliziumkarbid
- Schleifleisten aus Diamant
- Schleifleisten aus CBN
Die Körnung der Schleifleiste bestimmt, ob die Schleifleiste grob oder fein ist und für welchen Bearbeitungsprozess er sich eignet (Vorhonen (schruppen) / Nachhonen (finishen)).
Die Bindungshärte gibt an, wie hart die Schleifleiste ist und wie schnell oder leicht sich die Schleifkörner aus der Bindung lösen.
Download Schleifleistencode.pdf (499.43 kB)
Schruppen
siehe Vorhonen
Siliziumkarbid (SiC)
Ein künstliches Schleifmittel, das beim Honen von Materialien aus Gusseisen, Messing, Bronze oder Aluminium verwendet wird. SiC kommt ebenfalls häufig beim Nachhonen (z. B. von Stahl) zum Einsatz
Steinfeder
Die Steinfeder hält den Honstein im Hondorn auf Spannung.
V
Vertikalhonmaschine
Bei einer Vertikalhonmaschine bilden der Spindelantrieb und das Honwerkzeug eine senkrechte Achse. Dieser Honmaschinetyp ist besonders für große bzw. sehr schwere Werkstücke geeignet. Das Honwerkzeug wird vertikal in die Bohrung eingeführt und bearbeitet.
Vorhonen
Beim Vorhonen nutzt man grobe Schleifleisten, um den Zieldurchmesser zu avisieren.
Schleifleisten, Honleisten, Honsteine, Schleifsteine, Schleifleistensätze, Honleistensätze, Honleistenbacken, Schleifleistenbacken, Schleifdorne, Sunnen Hondorne, Sunnen Egalisierhülsen, Sunnen Ausrichthülsen, Sunnen Keile, Sunnen Steinfedern, Sunnen Führungsschuhe, Sunnen ASC Meßtaster, Sunnen Schleifleisten- und Führungsschuhhalter, Sunnen Verlängerungen, Sunnen Verstrebungen, Sunnen Zylinderkopf- und Ventilführungswerkzeuge, Sunnen CGT Werkzeuge, Sunnen Dornhalter, Sunnen Dornantriebe, Sunnen Ersatzteile für Honmaschinen, Sunnen Ersatzteile für Werkzeuge, Sunnen Kreuzschleifgeräte, Sunnen Kupplungen und Zubehör, Sunnen Meßgeräte und Zubehör, Sunnen Portaschleifgeräte, Sunnen Riemen, Sunnen Schleifköpfe für große Ø, Sunnen Single Stroke Werkzeuge, Sunnen Unterlegbleche- und blöcke, NitroSun, DiaSun, Sunnen Schleifleisten, Sunnen Honleisten, Sunnen Honsteine, Sunnen Schleifsteine, Sunnen Schleifleistensätze, Sunnen Honleistensätze, Sunnen Honleistenbacken, Sunnen Schleifleistenbacken